BESTE TISCHE: November 2024

Restauranttipp für Berlin: Navi

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Was für eine Überraschung! Ich hatte ehrlich gesagt mit nicht viel gerechnet, als ich mich abends im November auf den Weg nach Kreuzberg zu einem Presse-Dinner gemacht habe. Eine leise Ahnung hatte ich bereits, denn die PR-Agentur, die mich eingeladen hatte, vertritt wirklich nur herausragende Kunden. Einmal durch die Eingangstür bin ich sofort vom stilvollen, “arty” Interieur beeindruckt und werde von zweien des Gastgeber-Trios begrüßt. Sie kommen aus unterschiedlichen Ecken von Indien und bringen daher auch unterschiedliche kulinarische Vorlieben mit. Das tut der Karte gut! Die steckt voller spannender Gerichte, viele davon bestens geeignet, um sie mit FreundInnen zu teilen. Nur wenige Namen auf der Karte hatte ich schon einmal gehört, das meiste war Neuland für mich. Das passt sehr gut zum Konzept und zum Namen. Navi bedeutet so viel wie NEU. Wenn sonst in den indischen Restaurants in Berlin oft nur ein indisches Bundesland vertreten ist, ist das Navi sozusagen die kulinarische Botschaft des Landes. Aus 28 indischen Bundesstaaten kommen die Gerichte, allesamt aber eben noch einmal erneuert, sei es mit modernen Kochtechniken verfeinert oder mit viel Kreativität geschmacklich verfeinert. Und das zum großen Teil mit Zutaten aus Berlin und Brandenburg. Toll! Wir haben sicherlich einmal die Speisekarte rauf und runter gegessen, besonders angetan war ich von „Okra Zunka“, einem Custard aus Kichererbsen mit knusprigen Okras und Korianderöl, vom herrlich cremigen „Navi Special Dal“ aus weißen Linsen und einem köstlichen Salat aus Ananas und Tandoori-Süßkartoffeln – dabei mag ich eigentlich keine Ananas. Also: unbedingt ein paar Leute zusammentrommeln und dann nichts wie hin.

Navi, Graefestraße 83, 10967 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Restaurant Matthias

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ich könnte euch jetzt ausführlich berichten, dass die Betreiber und das Team des Restaurants Matthias keine Unbekannten sind. Man kennt sie aus dem Horváth, Hallmann & Klee sowie dem Einsunternull und hat dort bereits großartige Bewirtung von ihnen erlebt. Aber das Wichtigste ist doch: Schmeckt es? Und ja, es hat hervorragend geschmeckt! Bei einem PR-Dinner hatte ich die Gelegenheit, sechs Gänge zu probieren, plus ein paar feine Grüße aus der Küche. Mein Fazit: Das Matthias ist fulminant gestartet. Vom süchtig-machenden Sauerteigbrot mit Süßrahmbutter über die exzellente Makrele mit Pflaume, Shiso und Dill bis zu den Champignons mit Eigelb und fermentierter Schalotte und einem Dessert, das durch ein mit Birne gesüßtes Petersilienöl bestach – jeder Gang war schlicht „Teller-licking good.“ Einzig das Interieur könnte für meinen Geschmack noch eine Spur weniger "reduziert" sein, ein wenig Kunst würde dem Raum gut tun. Restaurant Matthias, Kollwitzstrasse 87, 10435 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Shizuku

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Der Abend begann mit einem kleinen Rätsel: Wo nur ist der Eingang? Ich fand ihn schließlich und trat ein – in einen sehr kleinen, schlichten Gastraum, very demure, very mindful. Links erstreckt sich eine lange Theke, dahinter die beiden Gastgeber, und davor, wie in Japan oft üblich, eng angebaute Tische. Auf der rechten Seite eine lange Bank mit zwei weiteren Tischen davor. Leise Musik spielte, und ich wurde mit typisch japanischer Höflichkeit empfangen. Shizuku beschreibt sich selbst als „Japanese Bar and Snack Restaurant“. Serviert wird Omakase, eine japanische Tasting-Menü-Variante, die sich nach dem Chefkoch und den Jahreszeiten richtet. Es gibt nur zwei Optionen zur Wahl: Omakase mit Fleisch oder Fisch; vegetarische oder vegane Varianten werden nicht angeboten. Dazu kann man aus einer beeindruckenden Auswahl an erstklassigem Sake oder Wein wählen. Die Portionen sind klei, aber für mich hat es gereicht. Ebenso klein sind die Preise: Mein Omakase-Menü mit acht Gängen kostete 44 Euro pro Person. Jeder Gang war köstlich, überraschend und weckte Erinnerungen an Japan. Ein idealer Ort für genussvolle Abende mit guten Freunden und feiner Küche. Shizuku, Hasenheide 16, 10967 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Shan Shan

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ich habe die besten Freunde der Welt. Nicht nur, weil sie wunderbare Menschen mit großem Herzen sind, sondern auch, weil viele von ihnen einen ausgezeichneten Geschmack haben. Wie Kim, die ich vor einigen Jahren kennenlernte, als sie als PR-Managerin für ein Restaurant arbeitete. Der Job liegt mittlerweile hinter ihr, unsere Freundschaft ist geblieben. Kim stammt aus Taiwan und wir teilen die Leidenschaft für Reisen und gutes Essen. Vor Kurzem lud sie mich in eines ihrer Lieblingsrestaurants ein: „Shan Shan“, ein Lokal für authentische chinesische Küche. Doch „Shan Shan“ bietet einige seiner Gerichte nur denjenigen an, die die Karte lesen können – ein Teil davon ist ausschließlich auf Chinesisch (Hanzi) verfasst. Einige dieser besonderen Gerichte müssen vorbestellt werden. Was wir bestellt hatten? So ziemlich alles – einschließlich einer Ente, die mehrere Stunden in einer Brühe gegart wird. Ein absoluter Genuss! Besucht „Shan Shan“ unbedingt, aber ruft vorher an und lasst euch beraten. So könnt ihr einige Spezialitäten vorbestellen und verpasst keine der kulinarischen Schätze, die hier geboten werden. Shan Shan, Gleimstrasse 24, 10437 Berlin

 

restauranttipp für Berlin: Balabait

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Schon lange wollte ich hierher, und endlich habe ich die Zeit gefunden: Das „Balabait“, eröffnet von jemandem, den ich seit Jahren kenne. Daniel, der früher im Muse – meinem ehemaligen Lieblingsrestaurant – als Koch tätig war. Leider gibt es das Muse seit ein paar Jahren nicht mehr, aber zu vielen der früheren Mitarbeiter habe ich noch immer Kontakt, und es freut mich sehr zu sehen, wohin ihre Wege sie geführt haben. Daniel betreibt das Balabait seit März 2024 und serviert hier Snacks und kleine Gerichte, die wirklich überzeugen. Der Raum ist klein, aber gemütlich. Man bestellt vorne an der Theke, im Regal links finden sich auch kleine Spezialitäten. Die Karte ist klein, aber ausreichend. Der Hummus ist eine Wucht, das Sabich-Sandwich oder das Spinat Bourekas (Foto) Sandwich köstlich, und die hausgemachten Rugelach – herrlich süß und unwiderstehlich. Ich komme gerne wieder. Balabait, Gleimstrasse 42, 10437 Berlin

Zurück
Zurück

BESTE TISCHE: DEZEMBER 2024

Weiter
Weiter

BESTE TISCHE: OKTOBER 2024