BESTE TISCHE: März 2024

Restauranttipp für Berlin: Anabelas Kitchen

Restaurantempfehlung Berlin Anabelas Kitchen

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

In Charlottenburg, nur wenige Schritte vom Savignyplatz entfernt, liegt ein Ort, der sich nicht wie ein klassisches Restaurant anfühlt. Anabelas Kitchen ist eher ein Esszimmer mit offener Tür.  Ich bin heute Gast, meine Freundin ist hier Stammgast. Sie wird mit Umarmungen begrüßt, ich bin neu und werde später mit einer Umarmung verabschiedet. Der Raum – ein klassischer Berliner Altbau – öffnet sich nach hinten, wird breiter, wärmer, an den tiefgrünen Wänden hängen handschriftliche Rezepte, das Licht ist gedämpft. Man sitzt an dunklen Holztischen. Ein paar Weingläser klirren, ein Lachen aus der Küche. Und dann taucht sie auf: Anabela Campos-Neves, Gastgeberin und Köchin, die mit leiser Souveränität genau das auf den Teller bringt, was der Markt an diesem Tag hergegeben hat. Es bgibt keine Speisekarte. Aber man trifft am Anfang Entscheidungen. Wen man etwas nicht mag, dann wird das natürlich berücksichtigt. Dann kommt, was frisch ist. Und das ist an diesem Abend: zarte Venusmuscheln, butterweicher Tintenfisch, eine Entenleber, die so gut ist, dass ich nachnehme und ich mag eigentlich keine Leber, hatte das aber einfach vergessen zu erwähnen. Anabela kocht, wie es in Portugal üblich ist. Schnörkellos, produktverliebt, mit genau dem richtigen Gespür für Balance. Zum Essen gibt es eine kleine, aber treffsichere Auswahl portugiesischer und deutscher Weine, serviert von Anabelas Partnerin, die sich um den Service kümmert. Der Abend vergeht schneller als gedacht, Gespräche fließen, es fühlt sich an wie ein Abend bei Freunden. Anabelas Kitchen ist kein Restaurant, das man besucht. Es ist ein Ort, an den ich sicherlich gerne wieder zurückkehren werde.

Anabelas Kitchen, Pestalozzistraße 3, 10625 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Mr. Noodle Chen

Restaurantempfehlung Berlin: Mr Noodle Chen

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Wedding, kurz vor 12h. Vor dem Laden in der Willdenowstraße bildet sich eine Schlange. Drinnen dampfen große Suppenschalen über den Tischen, Gäste beugen sich über Nudeln, die noch vor wenigen Minuten in der offenen Küche von Hand gezogen wurden. Mr. Noodle Chen hat gerade erst in Berlin eröffnet und die Begeisterung ist jetzt schon groß. Innerhalb einer Woche war ich gleich zweimal hier. Das soll etwas heißen. Die Spezialität: frische handgezogene Nudeln, die auf Bestellung in verschiedene Breiten gezogen werden. Ob hauchdünn oder dick und bissfest, die Entscheidung liegt bei den Gästen. Die Auswahl reicht von aromatischen Nudelsuppen bis zu kräftigen Nudelgerichten mit Soßen. Besonders beeindruckend sind die Rindfleischnudeln, die in einer klaren, tiefen Knochenbrühe mit zarten Fleischscheiben, weißem Rettich, Koriander und Lauchzwiebeln serviert werden. Mr. Noodle Chen ist keine unbekannte Größe. Die Kette stammt aus Südchina, wo sie seit Jahren erfolgreich ist. Jetzt gibt es sie auch in Berlin, und wenn die ersten Wochen ein Indikator sind, wird es sicherlich nicht lange bei einer einzigen Filiale bleiben. Aber als ich da war, befand sich das Restaurant im Soft Opening, was bedeutete, dass ich nur bar zahlen konnte.  Wer vegane Gerichte sucht, hat es hier nicht so viel Auswahl, doch die Fans handgezogener Nudeln kommen auf ihre Kosten. Die langen Schlangen vor dem Laden zeigen, dass Berlin auf so einen Ort gewartet hat. Bleibt nur zu hoffen, dass bald mehr Standorte folgen.

Mr. Noodle Chen, Willdenowstraße 12, 13353 Berlin

 

Restauranttipp für Berlin: Camino

Restaurantempfehlung für Berlin: Camino

© Bonappetrip / Angelika Schwaff

Ein gutes Frühstück erkennt man an den Details. Perfekt pochierte Eier, ein Brot, das Zeit hatte, um Geschmack zu entwickeln, und Zutaten, die nicht nur dabei sind, sondern Sinn ergeben. Camino in Prenzlauer Berg macht genau das – und nichts anderes. Und das Schöne für mich? Es liegt sozusagen in der Nachbarschaft. Im Bötzowkiez hat mit Camino Brunch & Coffee ein Café eröffnet, das mit türkisch inspirierten Frühstücks- und Lunchgerichten neue Maßstäbe setzt. Die Betreiber Asya und Umut, die nach zehn Jahren Weltreise ihre kulinarischen Erfahrungen in Berlin teilen möchten, haben hier einen Ort geschaffen, der Gemütlichkeit und exzellente Küche vereint. ​ Ein Highlight auf der Speisekarte ist das traditionelle Cilbir, einer meiner absoluten Lieblingsfrühstücksgerichte.  Es wurde am Nachbartisch serviert, es sah köstlich aus. Ich aber hatte ein perfekt pochierte Ei auf cremiger würziger Muhammara auf einer Scheibe hervorragendem Sauerteigbrot, dazu Hummus. Alles in einer Top-Qualität! Ich werde wieder kommen.
Camino, Hufelandstraße 16, 10407 Berlin, https://www.instagram.com/caminoberlin

 

Restauranttipp für Berlin: Café Gentil

Restaurantempfehlungen für Berlin. Café Gentil

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Ein gutes Café macht eine Nachbarschaft noch ein Stück lebenswerter. Und wenn es meine Nachbarschaft ist, dass finde ich das extra gut. Das Café Gentil in der Heinrich-Roller-Straße in Prenzlauer Berg ist genau so ein Ort. Neu eröffnet, aber als hätte es schon immer hier hingehört. Der Besitzer, Christophe aus Lyon, bringt nicht nur exzellenten Kaffee und französische Backkunst in meinen Kiez, sondern auch genau die entspannte Herzlichkeit, die man in einem Stammcafé sucht. Man kommt rein, wird freundlich gegrüßt, bestellt einen guten starken Kaffee, vielleicht ein Croissant – oder besser noch das Pistaziencroissant, das außen blättrig, innen cremig ist – und bleibt einfach ein bisschen. Das alles in einer tollen Atmosphäre. So viel Blau an den Wänden, Grün in den Pflanzenkübeln, Kunst an den Wänden, tut dem Auge gut und macht Arbeiten am Laptop hier genauso möglich wie ein langes Treffen mit Freunden. Für den Sommer gibt es draußen auf der realtiv verschlafenen Heinrich-Roller-Straße schattigen Plätze. Formidable! Ein Café, das genau da ist, wo es sein sollte. Und eins, das schnell zu einer meiner festen Adressen geworden ist.
Café Gentil  Heinrich-Roller-Straße 27, 10405 Berlin

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BESTE TISCHE: FEBRUAR 2025